Clau Dermont

politikwissenschaftler, rumantsch, bergler

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Tia atgna prognosa

Anfangs August haben die Bündner Parteien kommuniziert, welche Bündnisse bei den Wahlen 2015 gemeinsam auf Stimmenfang gehen. Neben der kleinen bürgerlichen Listenverbindung (CVP, BDP und FDP) sowie der links-grünliberalen Listenverbindung (SP und GLP) geht einzig die SVP als grössere Partei alleine in die Wahlen (gr.ch/r). Während man sich darüber streiten kann, welchen Zweck (und Einfluss) Listenverbindungen inhaltlich oder strategisch haben, ist so zumindest die Wahlarithmetik in Graubünden definiert.

Anhand der Listenverbindungen wird in einem ersten Schritt berechnet, welcher Block (Links, Mitte-Rechts, Rechts) wieviele der fünf Nationalratssitze gewinnt. Erst anschliessend erfolgt die Verteilung auf die Parteien und die Kandidierenden. Somit sind Listenverbindungen auch relevant, um die grossen Fragen im Bündner Wahlherbst zu beantworten:

  • Kann die GLP ihren Sitz verteidigen, trotz der negativen nationalen Tendenz für die Grünen und die Grünliberalen?
  • Kann die FDP ihren vor vier Jahren verlorenen Sitz zurückerobern, unterstützt durch den nationalen Aufschwung für die Liberalen und trotz der Verluste auf kantonaler Ebene bei den Grossratswahlen 2014?
  • Kommt die SVP dank ihrer Kandidierenden und vier1 Listen zu einem zweiten Sitz, oder ist sie alleine zu schwach gegen das vereinigte Mitte-Rechts-Bündnis?

Da Graubünden ein Majorz-Kanton ist, lassen sich die Veränderungen bei den Grossratswahlen nicht einfach auf die Nationalratswahlen übertragen. Die nationalen Tendenzen, welche insbesondere durch Verschiebungen in grösseren Kantonen wie Zürich dominiert sind, müssen sich nicht unbedingt in Graubünden abzeichnen. Prognosen für Graubünden wären somit auf einer dürftigen Datenbasis, eher zählt die persönliche Einschätzung.

Damit sich jeder seine eigene Prognose zusammenstellen kann, stelle ich hier einen kleinen, rudimentären Rechner zur Verfügung, der die Sitzverteilung simuliert. Ausgehend von den Resultaten der Wahlen 2011 und der eigenen Einschätzung, welche Gewinne oder Verluste die verschiedenen Parteien im Oktober 2015 einfahren, berechnet die untenstehende Tabelle mit einem Klick auf „Calcular / Ausrechnen“, welche Partei bei der eigenen Prognose einen Sitz gewinnt oder verliert. Ich empfehle, bei der Summe der Parteistärken bei 100% zu bleiben, da ansonsten die Resultate verfälscht werden. Stimmengewinne für die eine Partei müssen so immer auch in Stimmenverluste für eine andere Partei resultieren, damit der Rechner aufgeht.

Viel Spass!

Prognose Wahlen 2015 – Graubünden
Partei 2011 +/- 2015 Sitze
SP % ()
GLP % ()
CVP % ()
BDP % ()
FDP % ()
SVP % ()
Summe 100% %

Tia atgna prognosa 2015 / Grischun
Do-it-yourself-Prognose von

claudermont.ch | Built with d3.js | Datenquelle: Kanton Graubünden.



Endnoten   [ + ]

1. Neben den vier Listen der SVP (SVP B, M, SVP International und Junge SVP) wird die Volkspartei von der Kleinstpartei PLD unterstützt.

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